So fängst du mit Yoga an (und bleibst dabei)

Es ist heutzutage kein Geheimnis, dass Yoga viele Vorteile hat. Sei es auf körperlicher oder mentaler Ebene. Viele Menschen nehmen sich vor mit Yoga anzufangen oder (wieder) regelmäßiger zu üben. Woran es aber scheitert, ist das WIE? Wie soll man anfangen? Und wie schafft man es langfristig dabei zu bleiben? Und muss man dafür nicht schlank und flexibel sein und einen Handstand beherrschen. Achtung, Spoiler: Nein, das muss man nicht! Ich habe sieben Tipps für dich, wenn du endlich (wieder) mit Yoga anfangen und langfristig dran bleiben möchtest. Los geht´s!

Frage nach deinem Warum.

Warum möchtest du mit Yoga  anfangen? Es gibt kein Richtig und Falsch. Wichtig ist erstmal nur, dass du dir über deine Beweggründe klar wirst. Denn das schafft nicht nur Motivation und Ausrichtung, sondern kann dir auch Klarheit darüber geben, wie du anfangen sollst. Möchtest du beispielsweise fitter und flexibler werden ist möglicherweise ein Yogakurs im Fitness-Studio genau das Richtige für dich zum Einstieg. Möchtest du einen Ausgleich zu deinem stressigem Alltag könnte Yin Yoga im Studio oder kurze Yoga-Einheiten im Büro, Meditationen und Pranayama auf Youtube etwas für dich sein. Praktizierst du schon Yoga und brauchst nur ein paar neue Ideen, findest du auf Instagram viel Inspirationen. Du siehst also: Es macht Sinn für sich fest zu legen, warum man Yoga machen möchte. Das heißt ja nicht, dass sich das später nicht noch ändern kann.

Probiere verschiedene Yogastile & –lehrerInnen aus.

Als nächsten Schritt empfehle ich dir mehrere Yogastile und –lehrerInnen auszuprobieren. So viel die Yogastile auch gemeinsam haben, so verschieden sind sie auch. Kundalini Yoga ist z.B. eine sehr spirituelle Yoga-Richtung, während Ashtanga Yoga körperlich sehr fordernd ist. Die Essenz des Yogas ist immer sich zu verbinden, mit sich selbst und anderen, aber die Wege dorthin sind sehr unterschiedlich. Außerdem fühlt man sich nicht bei jedem Lehrer / jeder Lehrerin gleich wohl. Egal ob im Studio, bei Youtube oder anderswo: Man sollte die Yogalehrerin / den Yogalehrer sympathisch finden, die Stimme gerne hören und die Art des Unterrichts mögen.

Setz dir realistische Ziele.

Das ist ein wichtiger Punkt! Jeden Tag fünf Minuten sind effektiver als einmal die Woche zwei Stunden.* Wenn du deinen Tag planst, plane dir ein realistisches Zeitfenster für deine Yoga-Praxis ein. Spoiler: Jeden Tag zwei Stunden zu praktizieren ist für die meisten nicht sehr realistisch. Genauso wie bereits nach einer Yogastunde nie wieder Stress zu empfinden oder nach drei Wochen den Handstand zu beherrschen. Gerade am Anfang solltest du dich nicht überfordern, um motiviert zu bleiben. Probiere aus, was für dich am besten funktioniert: morgens, mittags, abends, immer wieder zwischendrin oder je nach Wochentag unterschiedlich? Und dann heißt es: Dranbleiben, bis es zur Gewohnheit wird.

Sei geduldig, genieße den Prozess.

Dieser Punkt hängt eng mit dem vorherigen Punkt zusammen. Wenn du aufgibst, weil du dir unrealistische Ziele gesetzt hast, führt das zu einer doppelten Frustration und damit ist niemandem geholfen. Ich kann es nicht oft genug sagen: Es geht nicht darum, dass du in zwei Monaten das Rad oder den Spagat beherrscht, sondern es geht darum etwas für dich zu tun; dich mit dir selber zu verbinden. Oder mit den Worten von Jigar Gor: „Yoga is not about touching your toes, it´s about what you learn on the way down.” Im Yoga  geht es nicht darum deine Zehen zu berühren, es geht darum, was du auf dem Weg dort runter lernst.

Schaffe angenehme Rahmenbedingungen.

Um langfristig dabei zu bleiben ist es wichtig, dass Yoga für dich eine schöne Erfahrung ist. Schaffe dir eine Atmosphäre, in der du dich rundum wohl fühlst.

Reserviere dir eine Ecke in der Wohnung nur für Yoga. Stelle Pflanzen, Räucherstäbchen oder einen kleinen Atar mit Bildern und Kerzen auf. Richte den Platz so ein, dass DU dort gerne bist. Gehst du in ein Studio? Wähle eins, das gut erreichbar ist (Nähe zum Arbeitsplatz/Wohnung, gute Anbindung usw.) und in dem du dich wohl fühlst. Vielleicht hilft es, wenn du am Anfang mit jemandem zusammen übst. Sei es in einem Kurs oder mit einer Freundin / Freund, deinem Partner / Partnerin oder einem Familienmitglied. Vielleicht kennst du sogar jemanden, der bereits Erfahrungen mit Yoga hat und kannst dich anschließen. So könnt ihr euch gegenseitig motivieren dran zu bleiben. Das schafft Verbindlichkeit. Wichtig: Mache dich nicht abhängig davon! Wenn du dich erstmal alleine zuhause wohl fühlst übe zuhause. Es geht um dich!

Suche dir Variationen, die für dich geeignet sind.

Gerade am Anfang sind manche Asanas ungewohnt für und fühlen sich so möglicherweise erstmal nicht besonders angenehm an. Oder du hast besondere körperliche Bedürfnisse oder Einschränkungen (Verletzungen, Rückenschmerzen etc.). Informiere dich darüber, was geeignete Asanas oder Variationen der Asanas sind (im Internet, bei der Yogalehrerin / dem Yogalehrer deines Vertrauens etc.). Praktiziere die Asanas, die dir gut tun. Nutze Hilfsmittel wie Blöcke, Gurte und Kissen. Auf meinem Instagram-Kanal findest du einige Tipps zu diesem Thema.

Bringe Abwechslung in deine Praxis.

Manche Menschen gehen darin auf das Gleiche Tag für Tag zu wiederholen. Und beim Yoga geht es auch nicht darum 5000 verschiedene Asanas zu kennen. Trotzdem braucht der Verstand (und Körper) bei den meisten von uns etwas Abwechslung. So wird es 1. nicht langweilig und 2. wird ein einseitiges Training, bei dem nur bestimmte (Körper-)bereiche oder Themen abgedeckt werden, vermieden. Suche dir neue Inspirationen. Variiere Art und Länge der Praxis. Übe zum Beispiel mal intuitiv alleine, mal mit einem angeleiteten Yoga-Video und mal in einem Kurs. An einem Tag kannst du den Fokus auf Pranayama (Atemtechniken) legen, an einem anderen auf die Meditation und am dritten auf Asanas. Oder du variierst verschiedene Asana-Typen, z.B. Hüftöffner, Rückbeugen, Vorbeugen usw. Auch hier findest du auf meinem und vielen anderen Instagram-Accounts jede Menge Inspirationen.

Und ganz wichtig: Sei nicht zu streng mit dir! Nur weil du einen Tag, einen Monat oder sogar mehrere Jahre nicht praktiziert hast heißt das nicht, dass du gar nicht mehr weiter machen kannst. Es ist nie zu spät! Du kannst jederzeit (wieder) mit Yoga beginnen: egal, wie alt, groß oder klein, dick oder dünn du bist oder welche Religion du hast. Yoga ist für jede/n! Sei geduldig und achtsam mit dir. Du bist die Liebe deines Lebens!

Ich hoffe ich konnte dich dazu motivieren mit Yoga anzufangen und/oder regelmäßiger zu praktizieren. Denn es lohnt sich. Wirklich. Und wenn du nach Umsetzen der Tipps merkst, dass Yoga doch nichts für dich ist hast du es zumindest ausprobiert und bist eine Erfahrung reicher. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, welcher Punkt dir am meisten geholfen hat!

Und jetzt: Happy Yoga Practice <3

*So lernt der Körper und Geist neue Dinge eher und es wird schneller zur Gewohnheit. Qualität statt Quantität. Außerdem bleibt man so eher dabei, weil 5 Minuten jeden Tag eher zu bewältigen sind als zwei Stunden am Stück.